Über Uns

Das Diözesanarchiv ist die zentrale Stelle der Diözese, die für die dauernde Aufbewahrung und laufende Bereitstellung des Schriftgutes der diözesanen Verwaltung in analoger und digitaler Form zuständig ist.

Zählt man seine Vorgängereinrichtungen, das Passauer Offizialat (1357-1785) und die Wiener Neustädter Bistumskanzlei (1469-1784), dazu, dann blickt es auf eine jahrhundertelange Erfahrung und Tradition als Drehscheibe der Informationsvermittlung innerhalb der kirchlichen Verwaltung zurück.

Im Laufe der Zeit ist es immer wieder gelungen, diese Aufgabe den jeweiligen Anforderungen anzupassen; zuerst 1960 durch die völlige Neueinrichtung und -organisation, zuletzt seit ca. 2000 durch umfangreiche Digitalisierungskampagnen und Teilnahme an internationalen Projekten.

Geschichte

Unsere Geschichte beginnt mit der Etablierung kirchlicher Strukturen und Verwaltungseinrichtungen im Mittelalter. Das Gebiet unserer Diözese war bis 1785 Teil der Diözese Passau, das seinen niederösterreichischen Sprengel ab 1357 durch ein Offizialat mit Sitz in Wien verwaltete. Die hier angelegten Akten wuchsen im Laufe der Zeit zu einem umfangreichen Archiv an, wovon ein großer Teil schließlich mit Gründung der Diözese St. Pölten im Jahr 1785 zum Grundstock von dessen neu eingerichteter Konsistorialkanzlei wurde. Nähere Infos dazu unter Bestände.

Der Bestand wuchs rasch um die neu entstehenden Dokumente der neuen Bistumsadministration an und wurde zumeist von Beamten der Kanzlei mitbetreut. Eigene Archivare finden wir im 18. und 19. Jh. kaum bzw. nur sehr selten. Nach vereinzelten Maßnahmen zu Ordnung und Verzeichnung der Bestände kam es ab 1956 zu einer umfassenen Neuordnung und -organisation inkl. einer Neuaufstellung im Obergeschoß des Westtraktes des Kreuzgangs im Bistumsgebäude.

Moderne Regale wurden angeschafft, ein Statut regelte von nun an Aufgaben und Betrieb, ein Gesamtinventar der Bestände wurde angelegt und publiziert und mit Dr. Gerhard Winner erstmals ein hauptamtlicher Archivar angestellt. Unter seiner Leitung erfolgten zahlreiche bahnbrechende und pionierhafte Leistungen: zahlreiche Pfarrarchive wurden inventarisiert und im Diözesanarchiv gesichert, die Stiftsbibliothek wurde wieder in ihrer ursprünglichen Form aufgestellt, die Urkunden zahlreicher Stifte wurden neu regestiert und teilweise publiziert (Lilienfeld, Melk, Zwettl, Säusenstein).

Mitte der 90-er Jahre brach eine neue Ära an, die durch eine intensive Nutzung moderner Informationstechnologien geprägt ist: im Jahr 2000 wurde lange vor anderen Archiven in Österreich erstmals das Archivinformationssystem online gestellt, 2002 das Urkundendigitalisierungsprojekt Monasterium.Net initiiert und 2008 schließlich das Kirchenbuchportal Matricula eingerichtet. Und 2010 eröffnete das Diözesanarchiv schließlich als erstes österreichisches Archiv einen Facebook-Auftritt. Die Teilnahme bzw. Leitung mehrerer EU-Projekte haben das DASP zu einer auch international beachteten Einrichtung gemacht.

Bis September 2006 war das Diözesanarchiv im ersten Stock des Kreuzgangs untergebracht und erfuhr wiederholt räumliche und bauliche Veränderungen. Danach zog das Archiv in ein neu errichtetes Gebäude in der Klostergasse 10 und präsentiert sich seitdem in zeitgemäßem Gewand: es verfügt nun über größere Depot- und Büroräumlichkeiten und bietet auch seinen Benützern mehr Platz und Komfort.

Aufgaben

Das Diözesanarchiv St. Pölten ist im Rahmen des Bischöflichen Ordinariats für das in den diözesanen Zentralstellen produzierte Schriftgut sowie als Ansprechpartner für die Beratung und die Betreuung aller diözesanen Einrichtungen in Fragen des Archiv- und Bibliothekswesens zuständig.

Das Archiv erfüllt archivpflegerische, verwaltungstechnische und historisch-wissenschaftliche Aufgaben:

Bewahren 
  • Die Archivalien und Bücher werden sicher und unter klimatisch günstigen Bedingungen verwahrt.
  • Beschädigtes Archivmaterial wird durch eine externe Werkstätte restauriert.
  • Die Digitalisierung von häufig verwendeten Archivalien wie Matrikenbüchern und Urkunden hat ebenfalls bestandserhaltenden Charakter und bringt gleichzeitig den Vorteil der einfacheren Benützung.

Erschließen

  • Schriftgut und Bücher werden geordnet und durch Inventare bzw. eine Datenbank erschlossen und verzeichnet.
  • Auffindung und rasche Bereitstellung für Verwaltung und interessierte Öffentlichkeit werden so sichergestellt.

Erforschen 

  • Durch die Öffnung der Archivbestände für Personen mit historischen Interessen,
  • durch Publikationen zur Diözesangeschichte,
  • durch Tagungen und
  • die gezielte Förderung und Beratung von forschenden Personen wird der historisch-wissenschaftliche Auftrag des wahrgenommen.

Digitalisierung

  • Seit 2005 ist im Diözesanarchiv das Diözesane Kompetenzzentrum für Digitalisierung angesiedelt.
  • Zu seinen zentralen Aufgaben gehört die Bereitstellung von Dienstleistungen im Bereich der Digitalisierung von Schriftgut jeder Art.
  • Dieser Service richtet sich sowohl an diözesane Dienstellen, als auch an Forschende.

EU-Projektberatung

  • Beratung und Unterstützung von diözesanen Einrichtungen bei der Antragstellung, Abwicklung und Abrechnung von EU-Projekten.

Personen

Dr. Thomas Aigner

Archivdirektor
Academia.edu | Facebook
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Präsident von ICARUS |
Vize-Präsident von TMO

Mag. Karl Kollermann

Stv. Archivdirektor
Pfarrarchive, Alt- und Neubestände, Verlag

Franz Kotzian

Benützerservice, Restaurierung

Sandra Stummer

Sekretariat, Metadaten-Management, Diözesanbibliothek

Eugen Novak

Handschriften, Inkunabeln, Musikalien, Diözesanes Kompetenzzentrum für Digitalisierung

Dr.in. Irene Rabl

Stiftsarchiv Lilienfeld (Dienstzuteilung)

Mag. Ingeborg Jamek-Leitner

Familienforschung, Verlassenschaftsanfragen

Katharina Gölß, BA

Projektmitarbeiterin