Gesetzliche Bestimmungen

Personenstandsgesetz vom 19. 01. 1983 (Bundesgesetzblatt Nr. 60/1983, gültig ab 01. 01. 1984)

§ 37. (1) Das Recht auf Matrikeneinsicht und Ausstellung von Urkunden und Abschriften steht neben Behörden und Körperschaften öffentlichen Rechts nur den jeweils beurkundeten Personen, ihren Vorfahren, Nachkommen und Personen zu, die ein rechtliches Interesse an der Einsicht glaubhaft machen oder eine Vollmacht der Einsichtsberechtigten (z. B. bei Ahnenforschung) vorweisen. Diese Einschränkung gilt als aufgehoben, wenn die Eintragung hundert Jahre zurückliegt und keine noch lebende Person betrifft.
(3) Kann ein rechtliches Interesse nur hinsichtlich bestimmter Daten glaubhaft gemacht werden, dürfen nur diese Daten übermittelt werden.
Die Berechtigung zur Einsicht und das Recht auf Ausstellung von Urkunden und Abschriften ist vom Altmatrikenführer, in Zweifelsfällen nach Rücksprache mit der Aufsichtsbehörde, zu beurteilen.
§ 40. (3) Die Organe der gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften können für die Ausstellung von Personenstandsurkunden und Abschriften aus den Altmatriken sowie für die Einsichtgewährung in die Altmatriken Gebühren in der Höhe der Bundesverwaltungsabgaben verlangen, die von den Personenstandsbehörden für gleichartige Amtshandlungen eingehoben werden. Diese Gebühren können auf Grund eines Rückstandsausweises der gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften im Verwaltungswegeingebracht werden, wenn die Vollstreckbarkeit von der Bezirksverwaltungsbehördebestätigt wird.
Hinsichtlich rein kirchlicher Matriken verfügen die Diözesen, dass derselbe Kreis wie bei den Altmatriken (s. PStG§ 37) zur Einsicht bzw. zur Anforderung von Scheinen berechtigt ist. Alle anderen Personen bedürfen einer schriftlichen Erlaubnis des (Erz-)Bischöflichen Ordinariates.

Wichtiger Hinweis:
Das Diözesanarchiv stellt Urkunden und Scheine ausschließlich in rechtlich begründeten Fällen (z. B. Erbschaftssachen) aus, jedoch nicht für Zwecke der Familienforschung.

 

Personenstandsgesetz vom 11. Jänner 2013 (16. Bundesgesetz: Personenstandsgesetz 2013 - PStG 2013)

§ 52. (5) Einschränkungen des Rechts auf Einsicht, die sich aus Abs. 1 ergeben, gelten nach Ablauf der folgenden Fristen als aufgehoben:
1. 100 Jahre seit der Eintragung der Geburt oder
2. 75 Jahre seit Eintragung der Eheschließung oder Eintragung der Begründung der eingetragenen Partnerschaft
sofern die Eintragung nicht eine lebende Person betrifft oder
3. 30 Jahren seit Eintragung des Todes.

 

Bischöfliche Verfügung über Archivsperre für Diözesanarchiv und Pfarrarchive [St. Pöltner Diözesanblatt 8 (15. August 1996) 63: Pkt. 4]

Zur Gewährleistung des erforderlichen Schutzes persönlicher und sachlicher Interessen sowie zur Beachtung des gesetzlich vorgeschriebenen Datenschutzes treffe ich hiermit folgende Verfügungen über die Archivsperre beim Diözesanarchiv St. Pölten sowie bei den Pfarrarchiven:
1. Die Archivsperre erstreckt sich auf die jeweils letzten fünfzig Jahre.
2. Bei Personalien ist die Sperrfrist von fünfzig Jahren zu rechnen vom Ableben der betreffenden Person.
3. Die Einsicht in Matriken und Pfarrchroniken ist an eine Bewilligung durch das Bischöfliche Ordinariat gebunden. Bei Pfarrchroniken ist der Forschungsgegenstand und das Verwendungsziel anzugeben und genau einzuhalten. Eine Stellungnahme des Pfarramtes an das Bischöfliche Ordinariat ist notwendig.

St. Pölten, am 11. Juli 1996
Zl. O-1602/96
+ Kurt Krenn e. h.
Diözesanbischof