Internationaler Kartäuserkongress

KARTAUSEN UND KARTÄUSER ZWISCHEN GEBET UND GRUNDHERRSCHAFT

Zur Funktion von Kartausen in ihrem sozioökonomischen Umfeld

Aggsbach, ehem. Kartause
30. August - 2. September 2016

Kartäuserklöster waren bis 1782 ein bedeutender Bestandteil auch der österreichischen Klosterlandschaft (u.a. Aggsbach, Gaming und Mauerbach) und haben uns bis heute eindrucksvolle Zeugnisse ihrer Kultur und Spiritualität hinterlassen.
Ebenso international wie der Orden ist auch die heutige Forschungslandschaft in ganz Europa verankert. Diese veranstaltet alljährlich Kongresse, auf denen neueste Erkenntnisse zur Geschichte dieses einstmals so bedeutenden und heute noch immer für viele so faszinierenden Ordens vorgestellt werden.

Heuer findet dieser in der Kartause Aggsbach in Niederösterreich statt, zwanzig internationale Experten und Expertinnen treffen sich hier, um besonders die Funktion von Kartausen in ihrem sozioökonomischen Umfeld zu beleuchten und zu diskutieren.

Im Besonderen geht es um folgende Themenbereiche:

Klostergebäude und Umgebung
Ein Kloster verändert die Landschaft, da es als Gebäude/Gebäudekomplex die Umgebung ab der Errichtung prägt. Als besonders markante Einschnitte resp. Eingriffe auf das Landschaftsbild sind hier Mauern, Abgrenzung von Grundbesitz durch Zäune, Verlegung von Wasserläufen, Rodung und Bewirtschaftung von Land, Anlage von Wegenetzen etc. zu benennen.

Klosterbesitz
Ein Kloster erhält mit der Errichtung immer auch Grundbesitz übertragen, den das Kloster je nach Entfernung, die das Land zum Kloster selbst hat, tatsächlich nicht nur verwaltet, sondern durch die Chormönche, in der Regel durch die Konversen, auch bewirtschaftet.

Rechtsordnungen für die Verwaltung
Über den Grundbesitz übt ein Kloster die Grundherrschaft aus und ist damit in die Rechtsordnung, die in der jeweiligen Region maßgeblich ist, eingebunden.

Kloster als Konsument
Ein Kloster ist immer auch ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor für die Region, in der es liegt. Flurbenennungen und Ortsnamen verraten oft die Kartausen als Grundherrschaft bis in die Gegenwart.
Klöster sind nicht nur daran interessiert, allenfalls anfallenden Überschuss zu verkaufen, Klöster sind auch Käufer von Fertigkeiten und Produkten, die nicht im Kloster produziert werden können.

Arbeit auf dem Felde und im Kloster - Landarbeiter, Handwerksmeister und Künstler
Über die Bewirtschaftung von Grund und Boden sowie die Instandhaltung der „Fabrica ecclesiae/Fabrica monasterii" sind Klöster Arbeitgeber auch für die Laien aus der unmittelbaren Umgebung.

Verwaltung und Verwaltungsschriftgut
Verwaltung des Besitzes im Sinne der Pflicht, die Talente nicht zu vergeuden, erfordert nicht nur den genauen Überblick über den Grundbesitz, sowie die Ausgaben und Einkünfte. Die Verdichtung der Verwaltung, die immer differenzierten Rechtsgeschäfte stellen auch die Kartausen und insbesondere die für die wirtschaftlichen Belange Verantwortlichen, vor die Aufgabe, möglichst sorgsam zu verwalten.

Untertanen
Die Untertanen stehen in einem Pflichtverhältnis zum Kloster. Dieses Pflichtverhältnis ist allerdings nicht nur von unten nach oben, sondern auch von oben nach unten zu verstehen. Der Grundherr hat Aufgaben zu erfüllen, die durchaus auch die Sorge für die Untertanen umfasst.

 

Das detaillierte Programm und nähere Informationen finden Sie hier.